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Pädagogik

Pädagogische Grundsätze nach Maria Montessori

Die Montessori-Pädagogik ist eine weltweit verbreitete und international anerkannte Pädagogik. Maria Montessoris Hauptschriften wurden in alle führenden Sprachen der Welt übersetzt. Montessori-Einrichtungen finden sich in allen Ländern der Erde.

In Übereinstimmung mit heutigen neuesten Erkenntnissen gelangte Maria Montessori durch achtsame und aufmerksame Beobachtung verschiedenster Kinder bereits vor einem Jahrhundert zu der Gewissheit, dass echter Lernerfolg nur dann von Dauer und von bildender Wirkung ist, wenn das Kind durch aktives Handeln und gemäß seiner sensiblen Phasen Lerninhalte, Lerntempo und Lernverfahren selber bestimmen kann.

Darum brach Montessori radikal mit allen traditionellen, auf Belehrung, bloße Wissensvermittlung und druckerzeugende Leistungskontrolle ausgerichteten Erziehungs- und Unterrichtsmethoden und setzte kompromisslos auf die selbstgesteuerte Lernaktivität und spontane Wissbegierde des Kindes. Nur unter diesen Voraussetzungen sah sie den stimmigen Aufbau der kindllichen Intelligenz gewährleistet.

Sie entwickelte dazu lebenspraktische, mathematische sowie sprachliche Arbeitsmaterialien, welche eine selbstkontrollierte Auseinandersetzung mit allen grundlegenden Lernprozessen erlauben, das „Montessori-Material". Ein wesentlicher und zentraler Punkt Maria Montessoris Ausführungen ist die „vorbereitete Umgebung", zu der oben erwähnte Materialien ebenso wie ein lebensvoll gestaltetes Umfeld und der für diese Aufgabe vorbereitete erwachsene Mensch, die Montessori-Pädagogin, gehören. In dieser Umgebung kann sich das Kind seinem eigenen Lernbedürfnis folgend selbsttätig Dinge erschließen, und zwar zu einer individuell ganz bestimmten Zeit jeweils etwas ganz Bestimmtes („sensible Phasen"). Dabei arbeitet es so lange wie für es selbst nötig mit den jeweiligen Arbeitsmaterialien und wird bei diesem Tun liebevoll beobachtet sowie helfend begleitet („Freiarbeit").

Wichtige Prinzipien der Montessori-Pädagogik sind allgemein ein positives Menschenbild, die liebevolle, demütige Grundhaltung und der achtsame Umgang miteinander und mit der gesamten Schöpfung.

Kosmische Erziehung

Die Basis der kosmischen Erziehung bildet eine umfassende Sicht von Mensch und Welt, die Montessori als Kosmische Theorie bezeichnet.

Sie spricht vom kosmischen Schöpfungsplan, sinngemäß von der Erweckung des Gefühls der Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer und seinen Geschöpfen und appelliert damit an den Frieden.

Unsere kosmische Aufgabe ist es, das uns Anvertraute zu bewahren, zu erhalten und weiterzubauen.

Maria Montessori war es sehr wichtig, die Anhäufung isolierten Einzelwissens zu vermeiden.
Ihr Ziel war es, in den nachfolgenden Generationen das Bewusstsein zu erzeugen, dass Wissen allein nicht genügt, sondern, dass es auf die Zusammenhänge bzw. -schau der Dinge ankommt.

Die Kinder erfahren, dass der Mensch ein Teil eines kosmischen Ganzen ist und alles, was ist, sich in Abhängigkeit voneinander befindet. Jedes Lebewesen hat im Sinn eines kosmischen Ganzen einen besonderen Auftrag zu erfüllen.

Die wichtigsten Elemente sind das Bieten eines Bildes vom Ganzen, die Erziehung zum Frieden und die religiöse Erziehung (mehr).

Das Kind erhält Antwort auf der Suche

  • nach den Gesetzen der Natur,
  • nach der Aufgabe und dem Sinn seines Daseins,
  • nach den Folgen seines Tuns und Lassens
  • und nach den Zusammenhängen und Grundlagen des Lebens.

Fundamentales Bildungsprinzip ist die Einsicht in die Wechselbeziehung aller Dinge.

Umsetzung

An unserer Schule haben wir die Freiheit, den vom amtlichen Lehrplan vorgegebenen Lehrstoff und zusätzliche Lerninhalte der jeweiligen Entwicklungsstufe, dem Interesse und der Lernbereitschaft des Kindes anzupassen. Im Zentrum steht dabei die selbstständige, frei gewählte Arbeit des Kindes (Freiarbeit), seine ernsthafte und konzentrierte Beschäftigung mit einem von ihm gewählten Gegenstand. Dabei sind das Klassenzimmer, das Schulgebäude und der Schulgarten so vorbereitet, dass das Kind zu selbstständigem Tun angeregt wird.

Hausaufgaben

sind in Anbetracht der intensiven und nachhaltig wirksamen schulischen Tätigkeit in der Regel in größerem Umfang nicht notwendig. Aus der schulischen Arbeit ergeben sich Formen von selbstorganisiertem Lernen zu Hause.

Lehrerrolle

Die wertschätzende, aufmerksame, zurückhaltende und gleichzeitig sehr präsente BeobACHTUNG ist eine wesentliche Aufgabe des/der Montessori-Pädagogen/in. Das Kind wird regelmäßig individuell und im sozialen Kontext beobachtet und die Beobachtungen werden notiert.

So ist es möglich den Entwicklungsstand des Kindes und seine Persönlichkeit mit den individuellen Fähigkeiten zu erkennen.

Beobachtete Entwicklungsschwierigkeiten geben Anlass, besonders genau „hinzuschauen“ und auch geeignete Schritte zur Unterstützung des Kindes in seiner Entwicklung zu unternehmen.

Eine Zusammenfassung der Beobachtungen und damit gleichzeitig eine Rückmeldung und Standortbestimmung im Schuljahr geben das IzEL (Informationen zum Entwicklungs- und Lernprozess) und der persönliche Halbjahresbrief, dem ein persönliches Gespräch mit dem Kind vorangeht.

 „Wenn ich weiß, wo ich bin, kann ich hin, wo ich will.“

Inklusion

Zu diesem Thema zitieren wir die Aussage unseres Montessori Landesverbands Bayern e.V. auf seiner Homepage www.montessoribayern.de . Darin ist unser Verständnis von Inklusion sowie unser Vorgehen bei der Aufnahme von Kindern mit besonderem Förderbedarf hervorragend zusammengefasst:

 „Inklusion ist das zentrale Anliegen der Montessori-Schule als ,,Eine Schule für alle". Inklusion heißt, dass Schülerlnnen verschiedener Altersstufen, Begabungen und Temperamente miteinander lernen können, mit verschiedenen Stärken und Schwächen und mit unterschiedlichem Lern- und Entwicklungstempo. Das Prinzip der Heterogenität gilt nicht nur für die gemischte Zusammensetzung der Lerngruppen, sondern auch hinsichtlich der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen.

"Der Weg, auf dem die Schwachen sich stärken, ist der Gleiche wie der, auf dem die Starken sich vervollkommnen" (M. Montessori: Schule des Kindes, Freiburg/Br. 1976, S. 166).

Die Praxis der Inklusion bringt es mit sich, dass Kinder und Jugendliche nicht nach Leistungsstand und Begabung selektiert werden. Dadurch ist die ldentitätsentwicklung der Kinder und Jugendlichen unbelastet von der Erfahrung einer Zuteilung zu verschiedenen Schularten - dies begünstigt die Entwicklung eines positiven Selbstbildes. Das bedeutet auch, dass Ghettoisierung, Ausgrenzung und Stigmatisierung von Kindern mit und ohne Behinderungen vermieden werden kann. Inklusion gibt Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung die Chance, Verständnis und Respekt für die Andersartigkeit und Besonderheit anderer Menschen zu entwickeln und selbstverständlich gegenseitige Hilfsbereitschaft zu praktizieren.

Seit Aufhebung der Lernzielgleichheit 2003 sind die rechtlichen Voraussetzungen für Inklusion von Kindern mit Behinderungen an Schulen gegeben. Fakt ist jedoch, dass vom Bayerischen Kultusministerium für die praktische Umsetzung der Inklusion keine besonderen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Das heißt, dass die notwendige Betreuung von Schülerlnnen mit besonderem Förderbedarf in der Schule durch Sonderpädagoglnnen sowie Therapeutlnnen nicht gewährleistet werden kann. Inklusion von Kindern mit Behinderungen oder gravierenden Entwicklungsstörungen wird oft nur mit viel persönlichem Engagement und ehrenamtlichem Einsatz von Seiten der Pädagoglnnen sowie Eltern verwirklicht. Das große Engagement kann jedoch die fachlich notwendige Förderung nicht ersetzen.

Auf Grund mangelnder sonderpädagogischer und therapeutischer Unterstützung muss bei der Aufnahme eines Kindes mit besonderem Förderbedarf besonders gut geprüft werden, ob die gewünschte Schule für dieses eine Kind eine geeignete Lernumgebung und optimale Lern- und Entfaltungsmöglichkeiten bereitstellen kann und ob das pädagogische Team für Art und Umfang der besonderen Förderung fachlich vorbereitet ist. Um dies zu entscheiden, muss vor der Schulaufnahme auch von fachlicher Seite der notwendige Förderbedarf festgestellt werden.“